Arminius
05-11-2007, 03:59 PM
In den 15 westlichen Mitgliedsländern der Europäischen Union ist die Emission der Treibhausgase zwischen 2004 und 2005 laut der Europäischen Umweltbehörde leicht zurückgegangen. Deutschland liegt demnach unter den besten EU-Einsparern.
Kopenhagen - Die Europäische Umweltbehörde (EEA) erklärte heute in einem vorläufigen Bericht, besonders Deutschland, Finnland und die Niederlande hätten ihren Ausstoß reduziert und damit zu dem Rückgang von insgesamt 0,8 Prozent beigetragen. Allein in Deutschland ging der Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase um 2,3 Prozent zurück.
Laut dem Leiter der zuständigen EEA-Arbeitsgruppe, Andreas Barkman, ist besonders die Entwicklung in Deutschland sei von Bedeutung. Schließlich sei Deutschland für fast ein Viertel der Gesamtemissionen in der EU verantwortlich.
Die EEA-Exekutivdirektorin Jacqueline McGlade bezeichnete den Rückgang als ein positives Signal. Sie betonte jedoch, dies bedeute nicht unbedingt, dass der Trend sich fortsetzen werde.
Die 15 EU-Mitglieder haben im Kyoto-Protokoll zugesichert, ihre Treibhausgase bis 2012 um acht Prozent zu reduzieren. Bisher gingen die Emissionen seit 1990 jedoch lediglich um 1,9 Prozent zurück.
Barkman verwies darauf, dass die Menge der Treibhausgase in Spanien sogar zugenommen habe, um 3,6 Prozent. Die UN und die EEA wollen die Zahlen erneut prüfen, bevor der endgültige Bericht im Juni vorgestellt wird.
Umweltminister Gabriel sieht Anti-Atomkurs bestätigt
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht sich währenddessen in seiner ablehnenden Haltung zur Atomenergie durch ein vom Kanzleramt bestelltes Gutachten zur Klima- und Energiepolitik bestätigt. Der SPD-Politiker sagte der "Stuttgarter Zeitung" von morgen: "Wir können den CO2-Ausstoß in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent reduzieren. Und wir können das ohne die Hochrisiko-Technologie Atomkraft schaffen."
Gabriel schätzt den Emissionen einsparenden Effekt von Kernkraftwerken im Vergleich zu erneuerbarer Energie als gering ein: "Der Unterschied zwischen dem Atom- und dem Erneuerbare-Energien-Szenario beträgt gerade mal vier Prozentpunkte. Damit ist einmal mehr belegt: Die Atomenergie kann keinen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten - weder in Deutschland noch international", sagte Gabriel.
Der Umweltminister betonte, dass die Kernenergie weltweit weniger als drei Prozent zum Endenergieverbrauch beitrage. "Wir sollten uns lieber über die anderen 97 Prozent unterhalten, denn dort stecken die entscheidenden Potenziale."
Nach der am Montag in Berlin bekannt gewordenen Studie sind die ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung auch ohne Atomkraft erreichbar - allerdings zu einem höheren Preis für Wirtschaft und Verbraucher. So käme eine Minderung der deutschen Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 mittels verstärktem Ausbau der erneuerbaren Energien die Volkswirtschaft um rund 4,5 Milliarden Euro teurer als mit unbefristeter Nutzung der Atomkraft.
Der Strompreis für Privathaushalte würde von derzeit 19,5 auf 20,5 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2020 wachsen. Bei einem "Atomszenario" würde er auf 18,4 Cent sinken.
flo/AP
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,481832,00.html
Kopenhagen - Die Europäische Umweltbehörde (EEA) erklärte heute in einem vorläufigen Bericht, besonders Deutschland, Finnland und die Niederlande hätten ihren Ausstoß reduziert und damit zu dem Rückgang von insgesamt 0,8 Prozent beigetragen. Allein in Deutschland ging der Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase um 2,3 Prozent zurück.
Laut dem Leiter der zuständigen EEA-Arbeitsgruppe, Andreas Barkman, ist besonders die Entwicklung in Deutschland sei von Bedeutung. Schließlich sei Deutschland für fast ein Viertel der Gesamtemissionen in der EU verantwortlich.
Die EEA-Exekutivdirektorin Jacqueline McGlade bezeichnete den Rückgang als ein positives Signal. Sie betonte jedoch, dies bedeute nicht unbedingt, dass der Trend sich fortsetzen werde.
Die 15 EU-Mitglieder haben im Kyoto-Protokoll zugesichert, ihre Treibhausgase bis 2012 um acht Prozent zu reduzieren. Bisher gingen die Emissionen seit 1990 jedoch lediglich um 1,9 Prozent zurück.
Barkman verwies darauf, dass die Menge der Treibhausgase in Spanien sogar zugenommen habe, um 3,6 Prozent. Die UN und die EEA wollen die Zahlen erneut prüfen, bevor der endgültige Bericht im Juni vorgestellt wird.
Umweltminister Gabriel sieht Anti-Atomkurs bestätigt
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht sich währenddessen in seiner ablehnenden Haltung zur Atomenergie durch ein vom Kanzleramt bestelltes Gutachten zur Klima- und Energiepolitik bestätigt. Der SPD-Politiker sagte der "Stuttgarter Zeitung" von morgen: "Wir können den CO2-Ausstoß in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent reduzieren. Und wir können das ohne die Hochrisiko-Technologie Atomkraft schaffen."
Gabriel schätzt den Emissionen einsparenden Effekt von Kernkraftwerken im Vergleich zu erneuerbarer Energie als gering ein: "Der Unterschied zwischen dem Atom- und dem Erneuerbare-Energien-Szenario beträgt gerade mal vier Prozentpunkte. Damit ist einmal mehr belegt: Die Atomenergie kann keinen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten - weder in Deutschland noch international", sagte Gabriel.
Der Umweltminister betonte, dass die Kernenergie weltweit weniger als drei Prozent zum Endenergieverbrauch beitrage. "Wir sollten uns lieber über die anderen 97 Prozent unterhalten, denn dort stecken die entscheidenden Potenziale."
Nach der am Montag in Berlin bekannt gewordenen Studie sind die ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung auch ohne Atomkraft erreichbar - allerdings zu einem höheren Preis für Wirtschaft und Verbraucher. So käme eine Minderung der deutschen Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 mittels verstärktem Ausbau der erneuerbaren Energien die Volkswirtschaft um rund 4,5 Milliarden Euro teurer als mit unbefristeter Nutzung der Atomkraft.
Der Strompreis für Privathaushalte würde von derzeit 19,5 auf 20,5 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2020 wachsen. Bei einem "Atomszenario" würde er auf 18,4 Cent sinken.
flo/AP
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,481832,00.html